Johannes Nagel
vessels, perhaps

Improvisorium

David Pye sagt: „Jedes Ding, das wir konstruieren und herstellen, ist etwas Behelfsmäßiges, etwas Improvisiertes, etwas Unpassendes und Provisorisches“.

Improvisiert ist der Umgang mit dem Material, die Art und Weise wie die Formen entstanden sind – gesägt, ausgegraben, gestapelt, gefunden und aufgemalt. Provisorisch wirken die Nähte, die Schnittstellen, die Farbkleckse und unvollständigen Malereien...  weiter

 

Gefäße

Ein Gefäß hat als Referenz  die eigene Stilgeschichte und die Funktion. Einen Inhalt aufzubewahren, zu servieren oder präsentieren, orientiert sich an menschlichen Bedürfnissen. Die Notwendigkeit, die Form, die den Inhalt bewahrt, zu erzeugen, trifft auf das Bedürfnis sich auszudrücken und Dinge zu weihen oder ihnen Wert beizumessen. Von Anfang an waren Gefäße gestaltet. Formen haben sich aus den technischen Fertigkeiten, den praktischen Notwendigkeiten und einem Sinn für Rituale ergeben. Rituale sind der Ursprung von Zivilisation und Kultur. Sie geben dem Gestaltlosen eine Form. In ihnen entwickelt sich ein Gemeinsinn, der über das Lebensnotwendige hinausgeht und sich auf etwas Erhabenes, Größeres bezieht. Aus dem Bedürfnis, das darzustellen und zu ehren, hat sich die Kunst entwickelt.
Die Rituale haben sich verändert, die Zivilisation hat Blüten getrieben, die Kunst ist immer ihr Spiegel. Die Herstellung von Gefäßen ist eine selbstverständliche Kulturtechnik der Menschheit und man kann analog zur Rolle der Figur in der Bildhauerei behaupten, dass Rituale das konkrete Gegenüber des Gefäßes sind.

So kann „Gefäß“ heute ein Thema sein, indem Funktion und Ritual, die eigene Geschichte und die Zukunft reflektiert wird.
Beziehen sich Rituale noch auf etwas Erhabenes? Schaffen sie Gemeinsinn? Was für eine Funktion haben Gefäße heute? ... viel mehr dazu

 

Behauptungen (graben)

Behaupten heißt, etwas aus dem Stegreif für gültig erklären. Ich grabe Hohlräume in Sand und gieße sie mit Gips aus. ... weiter

 

Free Jazz - The Light of Corona – One  (Cecil Taylor)

Spärliches Klatschen, Stampfen, Geräusche aus Instrumenten und Stimme, nicht als Rhythmus, sondern als lose Abfolge, die anschwillt und abschwillt. Es gibt nur den großen Rhythmus des Schwellens, zusammengesetzt aus unzähligen spontanen Einfällen; einzelne Ton oder Lautfolgen finden sich zusammen mit der Dramaturgie eines abstrakten Hörspiels. ... weiter

 

Form follows function

Im ursprünglichen Axiom folgt die Form der Funktion als Gestalt die dem Zweck entspricht. Die Funktionalität in dieser Arbeit bezieht sich nicht auf das Potential eines Dinges nützlich zu sein, sondern auf die Logik der Herstellung. ... weiter